Eidgenössisches Büro für Konsumentenfragen BFK

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Neue Änderungen in der Bundesgesetzgebung (2010)



Abfälle

Die Vorgaben für den Import und Export von Abfällen, sowie zur Ablagerung von Abfällen auf Deponien sind präzisiert worden durch die Revision der Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA). Gleichzeitig ist die Technische Verordnung über Abfälle im Bereich der Abfallablagerung auf Deponien angepasst worden. Die Anpassung der VeVA war nötig, weil sich in den letzten Jahren auf internationaler und nationaler Ebene wichtige Grundlagen beim Verkehr mit Abfällen geändert haben.

- Technische Verordnung vom 10. Dezember 1990 über Abfälle (TVA), Änderung vom 11. November 2009, SR 814.600, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6265).

- Verordnung vom 22. Juni 2005 über den Verkehr mit Abfällen (VeVA), Änderung vom 11. November 2009, SR 814.610, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6259).

Arzneimittel und Medizinprodukte

Der Bundesrat hat Änderungen dreier Verordnungen des Heilmittelgesetzes beschlossen. Die angepasste Arztneimittelverordnung bringt ein effizientes Verfahren zur Anerkennung von bereits im Ausland nach gleichwertigen Vorgaben zugelassenen Arztneimitteln sowie mehr Flexibilität bei der Festlegung der Abgabekompetenz für Drogistinnen und Drogisten. Die Medizinprodukteverordnung wird an das geänderte EU Recht angepasst. Die revidierte Tierarztneimittelverordnung bringt Verbesserungen im Bereich der Vorratshaltung von importierten Arztneimitteln.

- Verordnung vom 17. Oktober 2001 über die Arztneimittel (Arztneimittelverordnung, VAM), Änderung vom 24. März 2010, SR 812.212.21, in Kraft ab 15. April 2010, Art. 5a-5d in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 1295).

- Verordnung vom 18. August 2004 über die Tierarztneimittel (Tierarztneimittelverordnung, TAMV), Änderung vom 24. März 2010, SR 812.212.27, in Kraft ab 15. April 2010 (AS 2010 1299).

- Medizinprodukteverordnung vom 17. Oktober 2001 (MepV), Änderung vom 24. März 2010, SR 812.213, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2010 1215).

Die vorgezogene Revision des Heilmittelgesetzes (HMG, 1. Etappe) tritt mit den dazugehörigen Bundesratsverordnungen per 1. Oktober 2010 in Kraft. Die Möglichkeiten zur Herstellung von nicht zulassungspflichtigen Arzneimitteln wurden stark erweitert, um mit einer versorgungsgerechten Regelung besser auf Engpässe in der Medikamentenversorgung in Schweizer Spitälern reagieren zu können.

- Bundesgesetz vom 15. Dezember 2000 über Arztneimittel und Medizinprodukte (Heilmittelgesetz, HMG), Änderung vom 8. September 2010, SR 784.40, in Kraft ab 1. Oktober 2010 (AS 2010 4027).

- Verordnung vom 17. Oktober 2001 über die Pharmakopöe (Pharmakopöeverordnung, PhaV), Änderung vom 8. September 2010, SR 812.211, in Kraft ab 1. Oktober 2010 (AS 2010 4029).

- Verordnung vom 17. Oktober 2001 über die Bewilligungen im Arztneimittelbereich (Arztneimittel-bewilligungsverordnung, AMBV), Änderung vom 8. September 2010, SR 812.212.1, in Kraft ab 1. Oktober 2010 (AS 2010 4031).

- Verordnung vom 17. Oktober 2001 über die Arztneimittel (Arztneimittelverordnung, VAM), Änderung vom 8. September 2010, SR 812.212.21, in Kraft ab 1. Oktober 2010 (AS 2010 4039).

- Verordnung vom 17. Oktober 2001 über klinische Versuche mit Heilmitteln (VKlin), Änderung vom 8. September 2010, SR 812.214.2, in Kraft ab 1. Oktober 2010 (AS 2010 4043).

Ausweise

Mit den Änderungen des Ausweisgesetzes und der Ausweisverordnung sind die gesetzlichen Grundlagen für die definitive Einführung des Passes 10, der sogenannte E-Pass, geschaffen. In einer zusätzlichen Einführungsverordnung des Bundesrates wird die Übergangsphase von den heute ausgestellten Pässen 03 und 06 zum neuen Pass 10 geregelt.

- Bundesgesetz vom 22. Juni 2001 über die Ausweise für Schweizer Staatsangehörige (Ausweisgesetz, AwG), Änderung vom 21. Oktober 2009, SR 143.1, in Kraft ab 1. März 2010 (AS 2009 5521).

- Verordnung vom 20. September 2002 über die Ausweise für Schweizer Staatsangehörige (Ausweisverordnung, VAwG), Änderung vom 21. Oktober 2009, SR 143.11, in Kraft ab 1. März 2010 (AS 2009 5535).

Banken und Börsen

Die Kantonalbanken sollen wie alle anderen Bankinstitute über eine Finanzkraft und ein Eigenkapital verfügen, die den eingegangenen Risiken entsprechen. Um die Eigenmittelbasis der Genossenschaftsbanken zu verbessern, wird die Anrechenbarkeit von Nachschusspflichten als regulatorisches Eigenkapital abgeschafft.

- Verordnung vom 29. September 2006 über die Eigenmittel und Risikoverteilung für Banken und Effektenhändler (Eigenmittelverordnung, ERV), Änderung vom 11. November 2009, SR 952.03, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6101).

Die neue Verordnung über die berufsmässige Ausübung der Finanzintermediation (VBF) übernimmt im Wesentlichen die Bestimmungen der bisherigen Regelung und Praxis der Aufsichtsbehörde.

- Verordnung vom 18. November 2009 über die berufsmässige Ausübung der Finanzintermediation (VBF), SR 955.071, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6403).

Chemikalien

Die Teilrevision der Chemikalienverordnung sieht die Einführung des neuen global harmonisierten Systems für die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) in der Schweiz vor. Die heutigen Gefahrensymbole für Chemikalien werden schrittweise durch neue Symbole ersetzt, deren Verwendung im Jahr 2015 obligatorisch wird.

-Verordnung vom 18. Mai 2005 über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen (Chemikalienverordnung, ChemV), Änderung vom 10. November 2010, SR 813.11, in Kraft ab 1. Dezember 2010 mit Ausnahme von Art. 7a Abs. 2 Buchstabe a (1. Dezember 2012) und Artikel 7a Absatz 2 Buchstabe b (1. Juni 2015) (AS 2010 5223).

- Verordnung vom 18. Mai 2005 über das Inverkehrbringen von und den Umgang mit Biozidprodukten (Biozidprodukteverordnung, VBP), Änderung vom 10. November 2010, SR 813.12, in Kraft ab 1. Dezember 2010 (AS 2010 5223).

- Verordnung vom 18. Mai 2005 zur Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV), Änderung vom 10. November 2010, SR 814.81, in Kraft ab 1. Dezember 2010 (AS 2010 5223).

Datenschutz

Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) erhält mehr Zeit, um Richtlinien über die Zertifizierung von Produkten zu erlassen.

- Verordnung vom 28. September 2007 über die Datenschutzzertifizierungen (VDSZ), Änderung vom 12. März 2010, SR 235.13, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2010 949).

Edelmetall

Der Bundesrat hat eine Änderung im Edelmetallkontrollgesetz (EMKG) und die entsprechenden Anpassungen auf Verordnungsstufe beschlossen. Neu braucht es für den Kauf und Verkauf von Schmelzgut und Schmelzprodukten keine Handelsbewilligung mehr.

-Bundesgesetz vom 20. Juni 1933 über die Kontrolle des Verkehrs mit Edelmetallen und Edelmetallwaren (Edelmetallkontrollgesetz, EMKG), Änderung vom 26. Mai 2010, SR 941.31, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2217).

- Verordnung vom 8. Mai 1934 über die Kontrolle des Verkehrs mit Edelmetallen und Edelmetallwaren (Edelmetallkontrollverordnung, EMKV), Änderung vom 26. Mai 2010, SR 941.311, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2219).

- Verordnung vom 17. August 2005 über die Gebühren für die Edelmetallkontrolle, Änderung vom 26. Mai 2010, SR 941.319, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2219).

Energie

Die Gebäude in der Schweiz sollen klimafreundlicher werden. Bund und Kantone fördern deshalb in den nächsten zehn Jahren Gebäudesanierungen und den Einsatz erneuerbarer Energien.

- Verordnung vom 8. Juni 2007 über die CO2-Abgabe (CO2-Verordnung), Änderung vom 5. März 2010, SR 641.712, rückwirkend in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2010 953).

Für Haushaltgeräte, elektronische Geräte und Elektromotoren, die ab 2010 hergestellt oder in die Schweiz importiert werden, gelten ab dem 1. Januar 2010 neue oder verschärfte Vorschriften zum Stromverbrauch. Lagerbestände, die den neuen Vorschriften noch nicht entsprechen, dürfen von den Schweizer Händlern und Herstellern noch bis Ende 2010 verkauft werden. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat eine entsprechende Übergangsregelung dazu bekannt gegeben.

- Energieverordnung vom 7. Dezember 1998 (EnV), Änderung vom 13. November 2009, SR 730.01, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6837).

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat folgende Änderungen beschlossen: Senkung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) für Solarstrom um 18%, Verlängerung der Frist zur Einreichung der Baubewilligungen für Windenergieanlagen von zwei auf vier Jahre sowie Einführung der Netto-Messung der Stromproduktion.

- Energieverordnung vom 7. Dezember 1998 (EnV), Änderung vom 2. Februar 2010, SR 730.01, rückwirkend in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2010 809).

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK verschärft die Energieeffizienz-Kategorien der Energieetikette für Personenwagen. Durch die Verschärfung wird garantiert, dass erneut nur ein Siebtel aller Neuwagenmodelle in die beste Effizienz-Kategorie A fällt.

- Verordnung des UVEK vom 8. September 2004 über Angaben auf der Energieetikette von neuen Personenwagen (VEE-PW), Änderung vom 29. Januar 2010, SR 730.011.1, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 585).

Gemäss Stromversorgungsverordnung passt das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die risikogerechte Entschädigung, nach Konsultation der Elektrizitätskommission (ElCom), jährlich entsprechend der Änderung der Marktrisikoprämie an. Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf die Börse veränderte sich die Marktrisikoprämie besonders stark, so dass das UVEK den Zinssatz für die risikogerechte Entschädigung für 2010 von 1.93% auf 1.67% hätte reduzieren müssen. Das UVEK entschied jedoch, den Zinssatz erst per 2011 anzupassen.

- Stromversorgungsverordnung vom 14. März 2008 (StromVV), Änderung vom 9. März 2010, SR 734.71, in Kraft ab 16. März 2010 (AS 2010 883).

Geistiges Eigentum

Das Bundesgesetz über das Bundespatentgericht (Patentgerichtsgesetz) vom 20. März 2009 sieht die Schaffung eines nationalen Spezialgerichts vor, das bei Streitigkeiten über Patente anstelle der kantonalen Gerichte zuständig ist. Das Bundespatentgericht gewährleistet als Vorinstanz des Bundesgerichts das erforderliche Fachwissen und einen effektiven Rechtsschutz für Erfindungen. Das Bundespatentgericht soll anfangs 2011 seine Tätigkeit aufnehmen.

- Bundesgesetz vom 20. März 2009 über das Bundespatentgericht (Patentgerichtsgesetz, PatGG), SR 173.41, in Kraft ab 1. März 2010 (AS 2010 513).

Gesundheit

Passivrauchen

Das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen, sowie die Verordnung mit den Ausführungsbestimmungen zum Gesetz, will die Bevölkerung vor den schädlichen Auswirkungen des Passivrauchens schützen und gelten für geschlossene Räume, die öffentlich zugänglich sind, oder, mehreren Personen als Arbeitsplatz dienen. Ausserdem sieht das Gesetz vor, dass die Kantone strengere Vorschriften zum Schutz der Gesundheit erlassen können.

- Bundesgesetz vom 3. Oktober 2008 zum Schutz vor Passivrauchen, SR 818.31, in Kraft ab 1. Mai 2010 (AS 2009 6285).

- Verordnung vom 28. Oktober 2009 zum Schutz vor Passivrauchen (Passivrauchschutzverordnung, PRSV), SR 818.311, in Kraft ab 1. Mai 2010 (AS 2009 6289).

Landwirtschaft

Der Bundesrat hat Änderungen von zehn landwirtschaftlichen Verordnungen beschlossen. In der Direktzahlungsverordnung wurde der Zusatzbeitrag für die offene Ackerfläche für 2009 einmalig um 20 Franken pro Hektare erhöht. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) hat gleichzeitig die Verordnung über Ethoprogramme sowie jene über die biologische Landwirtschaft angepasst.

- Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft (Direktzahlungsverordnung, DZV), Änderung vom 18. November 2009, SR 910.13, in Kraft ab 1. Januar 2010, Art. 27 Abs. 3 in Kraft ab 1. Dezember 2009 (AS 2009 6091).

- Verordnung des EVD vom 25. Juni 2008 über Ethoprogramme (Ethoprogrammverordnung), Änderung vom 18. November 2009, SR 910.132.4, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6293).

- Verordnung vom 4. April 2001 über die regionale Förderung der Qualität und der Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen in der Landwirtschaft (Öko-Qualitätsverordnung, ÖQV), Änderung vom 18. November 2009, SR 910.14, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6313).

- Verordnung vom 22. September 1997 über die biologische Landwirtschaft und die Kennzeichnung biologisch produzierter Erzeugnisse und Lebensmittel (Bio-Verordnung), Änderung vom 18. November 2009, SR 910.18, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6317).

- Verordnung des EVD vom 22. September 1997 über die biologische Landwirtschaft, Änderung vom 18. November 2009, SR 910.181, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6337).

- Verordnung vom 26. November 2003 über die sozialen Begleitmassnahmen in der Landwirtschaft (SBMV), Änderung vom 18. November 2009, SR 914.11, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6353).

- Allgemeine Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Agrareinfuhrverordnung, AEV), Änderung vom 18. November 2009, SR 916.01, in Kraft ab 1. Januar 2010, Anhang 4 Ziff. 5 in Kraft ab 1. Dezember 2009 (AS 2009 6355).

- Verordnung des EVD vom 7. Dezember 1998 über Zollbegünstigungen, Ausbeuteziffern und Standardrezepturen, Änderung vom 18. November 2009, SR 916.112.231, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6359).

- Verordnung vom 7. Dezember 1998 über die Ein- und Ausfuhr von Gemüse, Obst und Gartenbauerzeugnissen (VEAGOG), Änderung vom 18. November 2009, SR 916.121.10, in Kraft ab 1. Februar 2010 (AS 2009 6361).

- Verordnung vom 7. Dezember 1998 über Massnahmen zu Gunsten des Obst- und Gemüsemarktes (Obst- und Gemüseverordnung), Änderung vom 18. November 2009, SR 916.131.11, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6363).

- Verordnung vom 14. November 2007 über die Tierzucht (Tierzuchtverordnung, TZV), Änderung vom 18. November 2009, SR 916.310, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6365).

- Verordnung vom 26. November 2003 über den Schlachtvieh- und Fleischmarkt (Schlachtviehverordnung, SV), Änderung vom 18. November 2009, SR 916.341, in Kraft ab 1. Dezember 2009 (AS 2009 6369).

- Verordnung vom 30. Oktober 2002 über die Ausdehnung der Selbsthilfemassnahmen von Branchen- und Produzentenorganisationen (Verordnung über die Branchen- und Produzentenorganisationen, VBPO), Änderung vom 18. November 2009, SR 919.117.72, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 5883).

Neu dürfen die Bauern sogenannte Nischensorten anbauen. Die Schweiz verfügt damit über ein Saat-und Pflanzgutrecht, das neben seinem eigentlichen Ziel, die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu gewährleisten, explizit auch einen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität bei den Kulturpflanzen leistet.

-Verordnung des EVD über Saat- und Pflanzgut von Acker- und Futterpflanzenarten (Saat- und Pflanzgut-Verordnung des EVD) vom 7. Dezember 1998, Änderung vom 7. Juni 2010, SR 916.151.1, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2763).

Lebensmittel- und Gebrauchsgegenstände

Verpackungstinten dürfen nur aus den Stoffen, die in den Anhängen 1 (Listen I und II) und 6 aufgeführt sind, unter Einhaltung der dort genannten Voraussetzungen hergestellt werden. Die Listen I und II von Anhang 1 umfassen die Monomere und sonstigen Ausgangsstoffe sowie die Additive, die für die Herstellung von Kunststoffen verwendet werden. Anhang 6 betrifft spezifisch die Verpackungstinten.

- Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über Bedarfsgegenstände, Änderung vom 11. März 2010, SR 817.023.21, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2010 977).

Marktzugang

Mit der Revision des Bundesgesetzes über die technischen Handelshemmnisse (THG) wird das sogenannte "Cassis de Dijon-Prinzip" autonom eingeführt. Demnach können Produkte, die in der EU bzw. im EWR rechtmässig in Verkehr sind, grundsätzlich auch in der Schweiz ohne vorgängige zusätzliche Kontrollen frei zirkulieren. Ausnahmen sind nur zum Schutz überwiegender öffentlicher Interessen möglich.

- Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 über die technischen Handelshemmnisse (THG), Änderung vom 12. Juni 2009, SR 946.51, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2617).

-Verordnung vom 19. Mai 2010 über das Inverkehrbringen von nach ausländischen technischen Vorschriften hergestellten Produkten und über deren Überwachung auf dem Markt (Verordnung über das Inverkehrbringen von Produkten nach ausländischen Vorschriften, VIPaV), SR 946.513.8, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2631).

Produktesicherheit

Das Bundesgesetz über die Produktesicherheit (PrSG) sowie die Verordnung über die Produktesicherheit (PrSV) bringen eine Angleichung an die EG-Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit. Wichtige Neuerungen sind:

  • Ein Konsum-Produkt darf nur dann auf den Markt gebracht werden, wenn Hersteller und Importeure sicherstellen, dass die Sicherheit der Produkte auch nach dem Inverkehrbringen laufend beobachtet wird.
  • Mit dem PrSG erhalten die Vollzugsorgane die Kompetenz zum Ergreifen geeigneter Massnahmen im Falle eines gefährlichen Produktes.

Für die Anwendung des Gesetzes besteht eine Übergangsfrist bis am 31. Dezember 2011.

- Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Produktesicherheit (PrSG), SR 930.11, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2573).

- Verordnung vom 19. Mai 2010 über die Produktesicherheit (PrSV), SR 930.111, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2583).

Die neue Sprengstoffverordnung ist an die europäische Richtlinie über das Inverkehrbringen pyrotechnischer Gegenstände angepasst. Das bis anhin erforderliche Verfahren für die Zulassung pyrotechnischer Gegenstände wird dadurch abgeschafft. Künftig weisen die Hersteller die Gegenstände einer Kategorie zu. Anschliessend müssen die pyrotechnischen Gegenstände einer von der EU anerkannten Stelle zur Bewertung der Konformität unterbreitet werden. Weiter wird in der neuen Verordnung auch das Verfahren zur Kennzeichnung und Rückverfolgung von Explosivstoffen für zivile Zwecke eingeführt.

-Verordnung vom 27. November 2000 über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffverordnung, SprstV), Änderung vom 12. Juni 2009, SR 941.411, in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2010 2573).

Radio und Fernsehen

Die Teilnahme der Schweiz am Förderungsprogramm MEDIA 2007-2013 der EU ist gesichert. Im vergangenen Herbst hat sich das Parlament nach ausführlicher Debatte geeinigt und mit einer Anpassung des Radio- und Fernsehgesetzes (Lockerung der Alkoholwerbung im Fernsehen) den Weg für die definitive Beteiligung an MEDIA freigegeben.

- Bundesgesetz vom 24. März 2006 über Radio und Fernsehen (RTVG), Änderung vom 25. September 2009, SR 784.40, in Kraft ab 1. Februar 2010 (AS 2010 371).

Mit der Änderung der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) hat der Bundesrat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Radio- und Fernsehsender weiter verbessert, indem die Werbe- und Sponsoringbestimmungen gelockert und die Subventionsmöglichkeiten für Investitionen in neue Technologien erweitert wurden.

- Radio- und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV), Änderung vom 12. März 2010, SR 784.401, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2010 965).

Sozialversicherungen

Krankenversicherung

Mit einer Änderung der Verordnung über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung werden die Beschlüsse des Parlamentes zur Verlängerung des Zulassungsstopps umgesetzt.

- Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, Änderung vom 21. Oktober 2009, SR 832.103, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 5339).

Die Kosten für die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs werden definitiv übernommen, sofern die Untersuchung im Rahmen eines Programms mit Qualitätssicherung durchgeführt wird.

- Verordnung des EDI vom 29. September 1995 über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV), Änderung vom 30. Oktober 2009, SR 832.112.31, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6083).

Steuern

Die Verordnung zum neuen Mehrwertsteuergesetz ersetzt einen wesentlichen Teil der heutigen Publikationen der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Mit diesem Schritt wird die Mehrwertsteuer weiter vereinfacht. Die Transparenz sowie die Rechtssicherheit für die steuerpflichtigen Personen werden erhöht.

- Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (Mehrwertsteuergesetz, MWSTG), SR 641.20, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 5203).

- Verordnung vom 29. März 2000 zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer (MWSTGV), Änderung vom 27. November 2009, SR 641.201, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 6743).

Der Bundesrat hat die Mehrwertsteuerverordnung (MWSTV) durch zwei Änderungen präzisiert. Es wird klargestellt, dass die Aufzählung von unternehmerischen Tätigkeiten in der MWSTV nicht abschliessend ist und, dass die Gemeinwesen wie bisher grundsätzlich eine unbeschränkte Anzahl unternehmerischer Tätigkeiten ausüben können. Zudem wird die Definition von "Medikamenten" in der MWSTV an das Heilmittelrecht angepasst.

- Mehrwertsteuerverordnung vom 27. November 2009 (MWSTV), Änderung vom 18. Juni 2010, SR 641.201, rückwirkend in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2010 2833).

Der Bundesrat hat beschlossen, den Steuersatz für Zigaretten zu erhöhen. Die Steuererhöhung tritt am 1. Oktober 2010 in Kraft, die Anpassung des Zigarettenpreises erfolgt spätestens per 1. Januar 2011. Der Detailverkaufspreis für ein Paket Zigaretten steigt um 20 Rappen. Daraus folgen Mehreinnahmen von jährlich rund 50 Millionen Franken.

- Verordnung über die Änderung des Steuertarifs für Zigaretten, SR 641.310, in Kraft ab 1. Oktober 2010 (AS 2010 4279).

Telekommunikation

Die Änderungen der Ausführungsverordnungen zum Fernmeldegesetz (FMG) bewirken unter anderem, dass die Konsumentinnen und Konsumenten besser geschützt und informiert werden, wenn sie ihr Mobiltelefon im Ausland verwenden oder Mehrwertdienste konsumieren.

- Verordnung vom 9. März 2007 über Fernmeldedienste (FDV), Änderung vom 4. November 2009, SR 784.101.1, in Kraft ab 1. Januar 2010, Artikel 10a Absatz 2 und 3 sowie die Artikel 11a Absatz 1, 11b Absatz 3, 13 Sachüberschrift und Absatz 1bis und 13a der in Ziffer II genannten Preisbekanntgabeverordnung in Kraft ab 1. Juli 2010 (AS 2009 5821).

- Verordnung vom 6. Oktober 1997 über die Adressierungselemente im Fernmeldebereich (AEFV), Änderung vom 4. November 2009, SR 784.104, in Kraft ab 1. Januar 2010 (AS 2009 5845).

Tiere

Im Interesse einer verbesserten Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit hat der Bundesrat beschlossen, dass künftig sämtliche Tierhaltungen mit Nutztieren gemeldet werden müssen. Ab dem 1. Januar 2010 werden alle Betriebe, welche Pferde, Geflügel, Speisefische oder Bienen halten, zentral registriert - dies gilt auch für Hobbyhaltungen. Zusätzlich müssen bei den Schweinen ab dem 1. Januar 2011 alle Zugänge der Tierverkehrsdatenbank (TVD) gemeldet werden. Diese Änderungen der Tierseuchenverordnung werden es künftig erlauben, Tierkrankheiten effizienter zu bekämpfen und die Nachverfolgbarkeit von Lebensmitteln tierischer Herkunft zu verbessern.

- Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 1955 (TSV), Änderung vom 19. August 2009, SR 916.401, in Kraft ab 1. Januar 2010, Art. 14 Abs. 2 lit. b, Art. 4a Ziff. 1 des Anhangs (TDV-Verordnung), Art. 3 Abs. 1 und Ziff. 5 lit. b und 6 lit. c des Anhangs von Ziff. 2 des Anhangs (Verordnung über die Gebühren für den Tierverkehr) und Art. 2 Abs. 2bis von Ziff. 3 des Anhangs (Verordnung über die Ausrichtung von Beiträgen an die Kosten der Entsorgung von tierischen Nebenprodukten) in Kraft ab 1. Januar 2011 (AS 2009 4255).

Umwelt

Der Benzol-Ausstoss und die übermässige Ozonbelastung in der Schweiz sollen verringert werden. Um diesem Ziel näher zu kommen, übernimmt die Schweiz die Abgasvorschriften der EU für Benzin betriebene Arbeitsgeräte wie Rasenmäher oder Motorsägen.

- Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV), Änderung vom 18. Juni 2010, SR 814.318.142.1, in Kraft ab 1. Juli 2010; für neue Arbeitsgeräte gilt eine Übergangsfrist bis 1. Januar 2011 (AS 2010 2965).

Verkehr

Im Interesse der Verkehrssicherheit wurden mehrere Verordnungen geändert. So sollen Kinder künftig in Personenwagen und Schulbussen noch sicherer unterwegs sein. Gegen illegales Chip-Tuning werden schärfere Massnahmen ergriffen. Neu erhält auch das Bundesamt für Strassen (ASTRA) die Möglichkeit, Rückrufaktionen zu lancieren.

- Ordnungsbussenverordnung vom 4. März 1996 (OBV), Änderung vom 14. Oktober 2009, SR 741.031, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2009 5699).

- Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV), Änderung vom 14. Oktober 2009, SR 741.11, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2009 5701).

- Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS), Änderung vom 14. Oktober 2009, SR 741.41, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2009 5705).

- Verordnung vom 19. Juni 1995 über technische Anforderungen an Transportmotorwagen und deren Anhänger (TAFV 1), Änderung vom 14. Oktober 2009, SR 741.412, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2009 5795).

- Verordnung vom 19. Juni 1995 über technische Anforderungen an landwirtschaftliche Traktoren und deren Anhänger (TAFV 2), Änderung vom 14. Oktober 2009, SR 741.413, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2009 5797).

- Verordnung vom 2. September 1998 über technische Anforderungen an Motorräder, Leicht-, Klein- und dreirädrige Motorfahrzeuge (TAFV 3), Änderung vom 14. Oktober 2009, SR 741.414, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2009 5803).

- Verordnung vom 19. Juni 1995 über die Typengenehmigung von Strassenfahrzeugen (TGV), Änderung vom 14. Oktober 2009, SR 741.511, in Kraft ab 1. April 2010 (AS 2009 5805).

Waffen

In Übereinstimmung mit der Weiterentwicklung des Schengenrechts werden punktuell Bestimmungen in der Waffenverordnung geändert. Diese Anpassungen treten zeitgleich mit den geänderten Bestimmungen des Waffengesetzes in Kraft.

- Bundesgesetz vom 20. Juni 1997 über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffengesetz, WG), Änderung vom 11. Dezember 2009, SR 514.54, in Kraft ab 28. Juli 2010 (AS 2010 2823).

- Verordnung vom 2. Juli 2008 über Waffen, Waffenzubehör und Munition (Waffenverordnung, WV), Änderung vom 4. Juni 2010, SR 514.541, in Kraft ab 28. Juli 2010 (AS 2010 2827).

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