Neue Änderungen in der Bundesgesetzgebung 2017

Aussenhandel

Der Bundesrat hat eine erweiterte Deklarationspflicht für in der Schweiz nach ausländischen technischen Vorschriften hergestellte Lebensmittel eingeführt. Damit soll Transparenz geschaffen und das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten gestärkt werden.

- Verordnung vom 19. Mai 2010 über das Inverkehrbringen von Produkten nach ausländischen Vorschriften (VIPaV), SR 946.513.8, Änderung vom 29. Juni 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 2701).

Ausübung des Handels

Ab 2017 können Unternehmen und Behörden die Integrität und Herkunft ihrer digitalen Dokumente mittels Zertifikaten garantieren. Die entsprechenden Modalitäten sind in der Totalrevision der Verordnung über die elektronische Signatur festgelegt, die der Bundesrat genehmigt hat. Darin wird den neusten Entwicklungen im Bereich der Finanzdienstleistungen Rechnung getragen, die es den Banken ermöglichen, die Identität ihrer Kundinnen und Kunden festzustellen, ohne dass diese physisch anwesend sind.

Mit der Annahme der revidierten Verordnung über die elektronische Signatur (VZertES) hat der Bundesrat festgelegt, unter welchen Voraussetzungen sich Anbieterinnen von elektronischen Signaturen (Anbieterinnen von Zertifizierungsdiensten) anerkennen lassen können und welche Rechte und Pflichten diese haben. Die revidierte Verordnung soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten, gleichzeitig mit dem neuen Gesetz über die elektronische Signatur (ZertES), welches das Parlament bereits am 18. März 2016 verabschiedet hat.

- Bundesgesetz vom 18. März 2016 über Zertifizierungsdienste im Bereich der elektronischen Signatur und anderer Anwendungen digitaler Zertifikate (ZertES), SR 943.03, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4651).

- Verordnung vom 23. November 2016 über die elektronische Signatur (VZertES), SR 943.032, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4667).

Energie

Der Bundesrat hat die von der Bundesversammlung am 17. März 2017 beschlossene Änderung des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) per 1. Oktober 2017 in Kraft gesetzt. Damit werden die Vorränge für Stromlieferungen über die Grenze neu geregelt: Vorrang haben nur noch Lieferungen aus vor dem 31. Oktober 2002 abgeschlossenen Langfristverträgen sowie aus Grenzwasserkraftwerken. Der Vorrang für
Stromlieferungen an Endverbraucher in der Grundversorgung und Lieferungen aus erneuerbaren Energien wird aufgehoben.

- Bundesgesetz vom 23. März 2007 über die Stromversorgung (StromVG), SR 734.7, Änderung vom 17. März 2017, in Kraft ab 1. Oktober 2017 (AS 2017 4999).

- Stromversorgungsverordnung vom 14. März 2008 (StromVV), SR 734.71, Änderung vom 30. August 2017, in Kraft ab 1. Oktober 2017 (AS 2017 5001). 

Für die Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und Gewässersanierungen bezahlen die Schweizer Stromkonsumentinnen und -konsumenten ab 1. Januar 2017 einen Zuschlag von 1,5 Rappen pro Kilowattstunde (Rp./kWh). Dies hat der Bundesrat in einer Revision der Energieverordnung festgelegt. Er schöpft damit das gesetzlich festgelegte Maximum aus.

- Energieverordnung vom 7. Dezember 1998 (EnV), SR 730.01, Änderung vom 2. Dezember 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4617).

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK verschärft die Energieeffizienz-Kategorien der Energieetikette für Personenwagen. Die Anpassung erfolgt im Rahmen der gemäss Energieverordnung vorgeschriebenen jährlichen Überprüfung. Durch die Verschärfung wird sichergestellt, dass erneut nur ein Siebtel aller Neuwagenmodelle in die beste Effizienz-Kategorie A fällt. Die neuen Kategorien gelten ab 1. Januar 2017.

- Verordnung vom 7. Dezember 1998 des UVEK über Angaben auf der Energieetikette von neuen Personenwagen (VEE-PW), SR 730.011.1, Änderung vom 1. Juli 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 2731).

Finanzdienste

Der Bundesrat hat eine Änderung der Bankenverordnung verabschiedet. Sie tritt am 1. August 2017 in Kraft. Mit der Revision sollen Markteintrittshürden für Fintech-Unternehmen verringert und die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Finanzplatzes gestärkt werden.

- Verordnung vom 30. April 2014 über die Banken und Sparkassen (BankV), SR 952.02, Änderung vom 5. Juli 2017, in Kraft ab 1. August 2017 (AS 2017 3823).

Der Bundesrat hat eine Änderung der Eigenmittelverordnung verabschiedet. Mit der Revision werden zwei Ergänzungen der internationalen Rahmenvereinbarung Basel III umgesetzt. Mit den Ergänzungen wird die Eigenmittelunterlegung bei Derivaten und bei im Bankenbuch gehaltenen Fondsanteilen risikosensitiver ausgestaltet. Die Neuerungen treten am 1. Januar 2017 in Kraft.

- Eigenmittelverordnung vom 1. Juni 2012 (ERV), SR 952.03, Änderung vom 23. November 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4683).

Gesundheit

Der Bundesrat hat entschieden, das revidierte Fortpflanzungsmedizingesetz und das Ausführungsrecht per 1. September 2017 in Kraft zu setzen. Damit kann die Präimplantationsdiagnostik (PID) in der Schweiz ab diesem Zeitpunkt unter gewissen Voraussetzungen angewendet werden. Für Laboratorien, die in der Fortpflanzungsmedizin und Präimplantationsdiagnostik tätig sind, gelten künftig strengere Qualitätskriterien.

- Bundesgesetz vom 18. Dezember 1998 über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung (FMedG), SR 810.11, Änderung vom 12. Dezember 2014, in Kraft ab 1. September 2017 (AS 2017 3641).

- Fortpflanzungsmedizinverordnung vom 4. Dezember 2000 (FMedV), SR 810.112.2, Änderung vom 21. Juni 2017, in Kraft ab 1. September 2017 (AS 2017 3651). 

Der Bundesrat hat die Verordnungen zum Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier verabschiedet. Gesetz und Umsetzungsbestimmungen treten am 15. April 2017 in Kraft. Spitäler haben ab dann drei Jahre Zeit, um das elektronische Patientendossier einzuführen. Die ersten Patientinnen und Patienten sollten in der zweiten Hälfte 2018 ein elektronisches Patientendossier eröffnen können.

- Bundesgesetz vom 19. Juni 2015 über das elektronische Patientendossier (EPDG), SR 816.1, in Kraft ab 15. April 2017 (AS 2017 2201).

- Verordnung vom 22. März 2017 über das elektronische Patientendossier (EPDV), SR 816.11, in Kraft ab 15. April 2017 (AS 2017 2211).

- Verordnung vom 22. März 2017 des EDI über das elektronische Patientendossier (EPDV-EDI), SR 816.111, in Kraft ab 15. April 2017 (AS 2017 2225).

- Verordnung vom 22. März 2017 über die Finanzhilfen für das elektronische Patientendossier (EPDFV), SR 816.12, in Kraft ab 15. April 2017 (AS 2017 2239).

Lebensmittel

Am 1. Mai 2017 tritt das neue Schweizer Lebensmittelrecht in Kraft. Es erhöht die Transparenz, schützt die Bevölkerung besser vor gesundheitlichen Risiken und Täuschung und vereinfacht den Handel. Wir verweisen diesbezüglich auf folgendes Gesetz und folgende bundesrätliche Verordnungen:

- Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. November 2005 (LGV), SR 817.02, Änderung vom 16. Dezember 2016, in Kraft ab 1. Mai 2017 (AS 2017 283).

- Verordnung vom 16. Dezember 2016 über das Schlachten und die Fleischkontrolle (VSFK), SR 817.190, in Kraft ab 1. Mai 2017 (AS 2017 411).

- Verordnung vom 16. Dezember 2016 über den nationalen Kontrollplan für die Lebensmittelkette und Gebrauchsgegenstände (NKPV), SR 817.032, in Kraft ab 1. Mai 2017 (AS 2017 339).

- Verordnung vom 16. Dezember 2016 über den Vollzug der Lebensmittelgesetzgebung (LMVV), SR 817.042, in Kraft ab 1. Mai 2017 (AS 2017 359).

Ausserdem sind auch departementale Verordnungen des EDI und Amtsverordnungen des BLV davon betroffen. Gerne verweisen wir Sie auf den folgenden Link: https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/lebensmittel-und-ernaehrung/rechts-und-vollzugsgrundlagen/gesetzgebung-lme.html

Markenschutz

Das Gesetzgebungsprojekt „Swissness“ stärkt den Schutz der Herkunftsbezeichnung „Schweiz“ und des Schweizerkreuzes im Inland und erleichtert die Rechtsdurchsetzung im Ausland. Damit legt es die Grundlage dafür, dass der Wert der „Marke Schweiz“ auch für die Zukunft erhalten bleibt. Es umfasst namentlich folgende Erlasse:

- Bundesgesetz vom 28. August 1992 über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben (MSchG), SR 232.11, Änderung vom 21. Juni 2013, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2015 3631).

- Verordnung vom 23. Dezember 1992 über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben (MSchV), SR. 232.111, Änderungen vom 2. September 2015 und vom 2. Dezember 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2015 3649 und AS 2016 4829).

- Bundesgesetz vom 21. Juni 2013 über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen (WSchG), SR 232.21, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2015 3679).

- Verordnung vom 21. Juni 2013 über den Schutz des Schweizerwappens und anderer öffentlicher Zeichen (WSchV), SR 232.211, Änderung vom 2. September 2015, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2015 3697).

- Verordnung vom 28. Mai 1997 über den Schutz von Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben für landwirtschaftliche Erzeugnisse, verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse, waldwirtschaftliche Erzeugnisse und verarbeitete waldwirtschaftliche Erzeugnisse (GUB/GGA), SR 910.12, Änderung vom 16. September 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 3281).

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat insgesamt 58 verschiedene Rohstoffe von der Swissness-Berechnung ausgenommen. Betroffen sind etwa Industriewein für Fertigfondue, Industriehonig und Molkenproteinisolate für Speziallebensmitteln. Die entsprechenden Verordnungen treten am 1. Januar 2017 in Kraft.

- Verordnung vom 2. September 2015 über die Verwendung von schweizerischen Herkunftsangaben für Lebensmittel (HasLV), SR 232.112.1, Änderung vom 15. November 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4225).

Der Bundesrat hat die "Swiss made"-Verordnung für Kosmetika genehmigt. Damit wird der gute Ruf der "Marke Schweiz" bei Kosmetika ebenso gestärkt wie der Forschungs- und Produktionsstandort Schweiz. Die Verordnung tritt auf den 1. Januar 2017 in Kraft.

- Verordnung vom 23. November 2016 über die Verwendung von schweizerischen Herkunftsangaben für kosmetische Mittel, SR 232.112.3, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4521).

Der Bundesrat hat die teilrevidierte "Swiss made"-Verordnung für Uhren genehmigt und auf den 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt. Die Bezeichnung "Swiss made" wird damit für Uhren und Uhrwerke im Sinne der neuen "Swissness"-Gesetzgebung gestärkt.

- Verordnung vom 23. Dezember 1971 über die Benützung des Schweizer Namens für Uhren,
SR 232.119, Änderung vom 17. Juni 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 2593).

Produktsicherheit

Der Bundesrat hat zwei Anpassungen an der Sprengstoffverordnung vorgenommen. Zum einen entfällt für die professionelle Anwendung von gebrauchsfertigen Produkten die Notwendigkeit eines Ausweises für Fachpersonen. Zum anderen wurden die Übergangsbestimmungen in der Sprengstoffverordnung verlängert. Produkte ohne Konformitätserklärung dürfen weiterhin gebraucht werden, sofern es für die Verwendung eine Bewilligung von fedpol gibt.

- Verordnung vom 27. November 2000 über explosionsgefährliche Stoffe (SprstV), SR 941.411, Änderung vom 12. April 2017, in Kraft ab 1. Mai 2017 (AS 2017 2627).

Sozialversicherungen

Krankenversicherung

Ab 1. Juli 2017 wird der Tarif für nicht-invasive pränatale Test, welche von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) vergütet werden, gesenkt. Neu kosten diese Bluttests noch rund 800 Franken. Zudem vergütet die OKP ein neues System zur Überwachung des Glucose-Spiegels für bestimmte Diabetikerinnen und Diabetiker.

- Verordnung vom 29. September 1995 des EDI über Leistungen in der oligatorischen Krankenpflegeversicherung (KLV), SR 832.112.31, Änderung vom 2. Juni 2017, in Kraft ab 1. Juli 2017 (AS 2017 3487).

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) wird die ärztlichen komplementärmedizinischen Leistungen weiterhin übernehmen, und zwar unbefristet. Der Bundesrat hat die neuen Verordnungsbestimmungen genehmigt, welche die komplementärmedizinischen ärztlichen Leistungen den anderen von der OKP vergüteten medizinischen Fachrichtungen gleichstellen. Die neuen Regelungen treten per 1. August 2017 in Kraft.

- Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV), SR 832.102, Änderung vom 16. Juni 2017, in Kraft ab 1. August 2017 (AS 2017 3687).

- Verordnung des EDI vom 29. September 1995 über die Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KLV), SR 832.112.31, Änderung vom 16. Juni 2017, in Kraft ab 1. August 2017 (AS 2017 3689). 

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kann die dreijährliche Überprüfung der kassenpflichtigen Medikamente wieder aufnehmen. Der Bundesrat hat die Änderungen der betroffenen Verordnungen genehmigt. Von nun an umfasst die dreijährliche Überprüfung systematisch nicht nur den Auslandpreisvergleich, sondern auch einen Kosten-Nutzen-Vergleich mit anderen Medikamenten. Der Bundesrat sieht auch Massnahmen zur Senkung der Generikapreise vor. So werden über die nächsten drei Jahre insgesamt Einsparungen von bis zu 240 Millionen Franken erzielt. Ausserdem regelt der Bundesrat die Vergütung von Arzneimitteln im Einzelfall klarer.

- Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV), SR 832.102, Änderung vom
1. Februar 2017, in Kraft ab 1. März 2017 (AS 2017 623).

- Verordnung vom 29. September 1995 des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KLV), SR 832.112.31, Änderung vom 1. Februar 2017, in Kraft ab 1. März 2017 (AS 2017 633).

Um bei den ambulanten ärztlichen Leistungen einen vertragslosen Zustand zu vermeiden, hat der Bundesrat die aktuell geltende Tarifstruktur bis Ende 2017 genehmigt. Die Tarifpartner hatten sich auf eine entsprechende Vereinbarung geeinigt, nachdem H+ den Tarifvertrag auf Ende 2016 gekündigt hatte. Der Bundesrat legt zudem die Tarifstruktur für physiotherapeutische Leistungen befristet bis Ende 2017 fest.

- Verordnung über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversicherung vom 20. Juni 2014, SR 832.102.5 , Änderung vom 23. November 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4635).

In Zukunft werden Neuropsychologinnen und Neuropsychologen sowie Organisationen der Hebammen und der Logopädie als Leistungserbringer zugelassen. Der Bundesrat hat die Anpassungen der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) genehmigt und Kenntnis von den Änderungen in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) genommen. Ausserdem wird das Verfahren zur Anerkennung der Gleichwertigkeit der labormedizinischen Weiterbildungen optimiert. Diese neuen Bestimmungen treten am 1. Januar 2017 bzw. – bezüglich Neuropsychologinnen und Neuropsychologen – am 1. Juli 2017 in Kraft.

- Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversicherung (KVV), SR 832.102, Änderung vom
9. Dezember 2016, in Kraft ab 1. Juli 2017 (AS 2016 4927).

- Verordnung vom 29. September 1995 des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KLV), SR 832.112.31, Änderung vom 9. Dezember 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4933).

- Verordnung vom 14. Februar 2007 über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMV), SR 810.122.1, Änderung vom 23. November 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4917).

Auf Anfang 2017 werden verschiedene Höchstvergütungsbeträge in der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) gesenkt. Dazu gehören etwa die maximalen Beiträge der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) an Blutzuckerteststreifen oder an Lichttherapie-Lampen. Die Sofortmassnahmen führen zu Einsparungen von mehreren Millionen Franken und sind ein weiterer Schritt im Rahmen der Gesamtrevision der MiGeL. Weitere Anpassungen in der Krankenpflege-Leistungsverordnung betreffen unter anderem schwangere Frauen: Sie können alle vorgesehenen Kontrolluntersuchungen künftig auch von Hebammen durchführen lassen.

- Krankenpflege-Leistungsverordnung vom 29. September 1995 (KLV), SR 832.112.31, Änderung vom 1. Februar 2017, in Kraft ab 1. März 2017 (AS 2017 633).

Strassenverkehr

Im Laufe des Jahres 2017 treten diverse Neuerungen des Strassenverkehrsrechts in Kraft.

Insbesondere erwähnen wir die Änderungen, die die Verlängerung der Nachprüffristen für gewisse Fahrzeuge betreffen:

Ab 1. Februar 2017 müssen Personenwagen und Motorräder erst nach fünf Jahren, spätestens aber bis zum sechsten Jahr nach der ersten Inverkehrsetzung beim Strassenverkehrsamt nachgeprüft werden.

- Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS),
SR 741.41, Änderung vom 21. Januar 2015, in Kraft ab 1. Februar 2017 (AS 2015 465).

Ab 1. Juli 2017 müssen die ersten beiden Nachprüfungen von Lastwagen, Sattelschleppern und deren Anhängern, die nur im Binnenverkehr fahren, künftig nur noch in einem Intervall von zwei Jahren durchgeführt werden. Für derartige Fahrzeuge im internationalen Verkehr bleibt es bei der jährlichen Nachprüfung.

- Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS),
SR. 741.41, Änderung vom 16. November 2016, in Kraft ab 1. Juli 2017 (AS 2016 5133).

Tiere

Am 1. Mai 2017 treten Anpassungen der schweizerischen Gesetzgebung zur besseren Kontrolle des Handels mit geschützten Tieren und Pflanzen in Kraft. Sie entsprechen den Änderungen, die an der 17. Vertragsstaatenkonferenz vom 24. September bis 4. Oktober 2016 in Johannesburg beschlossen wurden. Es gelten neue Anforderungen für die Ein- und Ausfuhr von Möbeln und Instrumenten aus speziellem Holz sowie von diversen Tier- und Pflanzenarten.

- Verordnung vom 4. September 2013 des EDI über die Kontrolle des Verkehrs mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten (CITES-Kontrollverordnung), SR 453.1, Änderung vom 3. April 2017, in Kraft ab 1. Mai 2017 (AS 2017 2559).

Die Einfuhr von Robbenprodukten in die Schweiz ist künftig nicht mehr erlaubt. Gleichzeitig werden die Abläufe bei der Einfuhr von Tieren und Tierprodukten automatisiert. Die Verordnungen für die Ein-, Durch-und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten werden entsprechend geändert.

- Verordnung vom 18. November 2015 über die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten im Verkehr mit Drittstaaten (EDAV-DS), SR 916.443.10, Änderung vom 3. März 2017, in Kraft ab 1. April 2017 (AS 2017 1661).

- Verordnung vom 18. November 2015 des EDI über die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten im Verkehr mit Drittstaaten (EDAV-DS-EDI), SR 916.443.106, Änderung vom 3. März 2017, in Kraft ab 1. April 2017 (AS 2017 1669).

- Verordnung vom 18. November 2015 über die Ein-, Durch- und Ausfuhr von Tieren und Tierprodukten im Verkehr mit den EU-Mitgliedstaaten Island und Norwegen (EDAV-EU), SR 916.443.11, Änderung vom 3. März 2017, in Kraft ab 1. April 2017 (AS 2017 1671).

In Zukunft dürfen nur noch Meeresfischereierzeugnisse in die Schweiz eingeführt werden, deren rechtmässige Herkunft gewährleistet ist. Am 1. März 2017 tritt eine neue Verordnung in Kraft, die zu einer nachhaltigen Nutzung der weltweiten Fischbestände beitragen soll.

- Verordnung vom 20. April 2016 über die Kontrolle der rechtmässigen Herkunft von eingeführten Erzeugnissen der Meeresfischerei, SR 453.2, in Kraft ab 1. März 2017 (AS 2017 535).

Das nationale Hundekurs-Obligatorium endet am 31. Dezember 2016. Nach dem Entscheid des Parlaments für die Abschaffung hat der Bundesrat die Umsetzung beschlossen. Die Kantone können Hundekurse hingegen weiterhin vorschreiben.

- Tierschutzverordnung vom 23. April 2008 (TSchV), SR 455.1, Änderung vom 23. November 2016, in Kraft ab 1. Januar 2017 (AS 2016 4871).

Umwelt

Der Bundesrat hat die Luftreinhalte-Verordnung (LRV) zur Umsetzung der parlamentarischen Initiative von Nationalrat Erich von Siebenthal (SVP / BE) revidiert. Neu dürfen Privatpersonen bestimmtes Restholz sowie unbehandeltes Holz aus Garten und Landwirtschaft in ihren eigenen Öfen verbrennen. Mit dieser Lockerung ermöglicht es der Bundesrat, dass zusätzliches Holz in kleinen Öfen von Privaten zu Heizzwecken genutzt werden kann. Die Änderung tritt auf den 1. April 2017 in Kraft.

- Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV), SR 814.318.142.1, Änderung vom 3. März 2017, in Kraft ab 1. April 2017 (AS 2017 715).

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Letzte Änderung 20.04.2018

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